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Wabi-Sabi - der Reiz des Unvollkommenen

Japanisches Ästhetik-Konzept prägt den aktuellen Wohngeschmack

"Wabi-Sabi" bedeutet, einfache Dinge des Alltags zu schätzen und die Ästhetik in ihnen zu erkennen. Gegenstände des täglichen Gebrauchs werden wertgeschätzt - auch und gerade dann, wenn man ihnen ihr Alter und die regelmäßige Nutzung ansieht. Diese Sichtweise hat ihren Ursprung im Zen-Buddhismus. Heute findet diese Form des Purismus wieder vermehrten Zuspruch, da sie sich positiv von vielen eher konsumorientierten Einrichtungstrends abhebt.

 

Sein Heim nach dem Prinzip des Wabi Sabi zu gestalten, heißt z.B.

... sich von dem Bedürfnis nach ständig Neuem und Besseren abzugrenzen

... sich auf das Wesentliche zu besinnen - z.B. auf die tatsächlich benötigten und verwendeten Gegenstände des Alltags

... einfache, aber hochwertige Produkte und Naturmaterialien zu bevorzugen

... unvollkommene, altgediente Gegenstände, denen man ihr Alter auch ansieht, wertzuschätzen und zu pflegen

 

Wabi-Sabi steht also für ein einfaches, schnörkelloses Wohnen, das auf unnötige Besitztümer bewusst verzichtet. Die kleinen Dinge des Alltags können so neu entdeckt, und die Schönheit des Unauffälligen und Schlichten wahrgenommen werden. Man genießt das, was man hat, und sieht auch das Schöne im Unperfekten. Authentizität ist wichtiger als makelloses Design.


Holz als ideale Verkörperung von Wabi-Sabi

In unserer westlichen Vorstellung geht es bei Design häufig vorwiegend um Makellosigkeit und Symmetrie. Schönheit nach Wabi-Sabi ist jedoch nicht die durchgestylte Wohnung, in der man aus Sorge um das Design lieber nichts berühren möchte. Statt dessen sind es gerade Asymmetrie und Natürlichkeit, die die eigenen vier Wände zu einem Zuhause mit Wohlfühlcharakter machen. Geeignet sind daher natürliche, organische Materialien wie Holz, Metall, Papier, Textilien, Stein und Lehm - man sieht ihnen an, dass sie bereits über Jahre gebraucht werden, und schätzt diese lebendige Anmutung. 

Gerade das Naturmaterial Holz fügt sich besonders gut in das Prinzip des Wabi-Sabi ein. Im Gegensatz zu vielen anderen Materialien zeigt Holz eine sehr ästhetische Form des Alterns. Sei es der alte Bauernschrank, an dem schon der Holzwurm genagt hat und dessen Bemalung jedes Jahr mehr verblasst, oder die alte metallbeschlagene Holztruhe, die schon seit Jahrzehnten die Neugier und Phantasie von Kindern weckt - solche Gegenstände üben oft gerade durch ihre Gebrauchsspuren eine besondere Anziehungskraft aus. Holz wirkt auch deswegen authentisch, weil sein Aussehen von der Natur bestimmt ist, und z.B. Maserung und Formgebung bei jedem Gegenstand einzigartig sind. 


Holzböden mit Persönlichkeit sind gefragt

Dieser Trend beeinflusst auch den Geschmack bei Bodenbelägen aus Holz. War noch vor wenigen Jahren makelloses, möglichst gleichförmiges Hochglanzparkett gefragt, geht der Trend nun immer mehr zu individuellen Böden. Viele Bauherren entscheiden sich für antike Parkett-Böden - bis hin zu Wirtshausböden, die in besonderem Maße die Spuren einer jahrelangen intensiven Nutzung zeigen. 

Antikparkett - handgealtertes Parkett

Da echtes Antikparkett nicht immer verfügbar und manchmal auch kostspielig ist, werden heute auch gezielt gealterte Holzböden oder Landhausdielen angeboten. Hier wird das Holz im Werk von Hand gealtert und mit verschiedenen Ölen so behandelt, dass es wie ein seit Jahren in Gebrauch befindlicher Boden aussieht. Dieses Parkett bringt daher von Anfang an einen ganz eigenen Charakter in die Wohnlandschaft ein - und hat dennoch die Vorteile eines hochwertigen fabrikneuen Bodens.

Parkett aus Altholz oder Mooreiche

Ein Boden aus echt altem Holz hat einen besonderen Reiz. Verwendet werden dafür z.B. Eichenbalken, die beim Rückbau alter Häuser und Scheunen gesammelt und aufbereitet werden. Besonders extravagant ist ein Parkett aus echter Mooreiche. Die Baumstämme der sog. Mooreiche liegen Jahrtausende im Schlamm von Flüssen, bevor sie äußerst sorgfältig getrocknet, bearbeitet und zu edelstem Parkett verarbeitet werden.

Wirtshausboden

Jahrzehntelange Benutzung verleihen den Böden in Wirtshäusern oder Pubs einen unvergleichlichen Charme. In der Kollektion "Wirtshausboden" wird neues Eichenholz per Hand auf Alt getrimmt.

Räuchereiche

Auch dunkel geräuchertes Parkett oder Dielen mit Gebrauchsspuren werden immer häufiger eingesetzt. Ein solcher Boden gibt zum Beispiel einem Neubau, der oft zunächst steril und unpersönlich wirkt, von Beginn an einen individuellen Charakter - passt sich aber auch wunderbar in renovierte Altbauten ein. 

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